Analyse im User Experience Design Prozess 2018-02-12T13:19:34+00:00

Was ist das Ziel der Analyse?

Das Ziel der Analysephase besteht darin, den Nutzungskontext zu verstehen. So können konkrete Nutzungsanforderungen für den weiteren Designprozess abgeleitet werden.

Mittelpunkt des Nutzungskontext ist der Benutzer selbst – mit allen seinen Merkmalen, Vorlieben, Bedürfnissen und Motiven. Er interagiert mit weiteren Elementen des Nutzungskontext: seinen Aufgaben und Zielen, den Mitteln die ihm zur Verfügung stehen, der physischen Umgebung und nicht zuletzt seinem sozialen Umfeld. Viele der komplexen Zusammenhänge sind nicht offensichtlich. Manche sind nicht einmal dem Nutzer selbst bewusst. Daher ist wichtig sich während der gesamten Analyse immer wieder deutlich ins Bewusstsein zu rufen, dass es nicht nur darum geht den Nutzer zu fragen, sondern ihn zu verstehen.

Analyse auf Whiteboard im User Experience Prozess
Analyse User Experience

Was wird analysiert?

Es gibt viele Quellen für Informationen, die in die Kontext- und die Anforderungsanalyse eingehen können.

Verschiedene Formen von Interviews mit Nutzern und Stakeholdern helfen dabei, Ziele und Erwartungen transparent zu machen. Die Begleitung des Nutzers in seinem realen Umfeld und der anschließende Dialog erzeugen ein tiefgehendes Verständnis für Zusammenhänge. In die Analyse können auch die Ergebnisse von Expert Reviews oder die Auswertung interner Dokumente eingehen. Bereits vorliegende Nutzungsdaten, sowie allgemeine wissenschaftliche Erkenntnisse sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Handelt es sich um ein Freizeitprodukt oder eine Anwendung aus einem beruflichen Kontext? Der Anwendungsbereich stellt häufig ein wichtiges Kriterium dafür dar, welche Art von Informationen für die Analyse zur Verfügung stehen.

Der Abschluss der Analyse besteht darin, aus den Erfordernissen des Nutzers (User Needs), spezifische Nutzungsanforderungen abzuleiten (User Requirements). Es ist wichtig zwischen den Zielen des Nutzers und potentiellen Lösungen zu unterscheiden. Ziele sind Was der Nutzer erreichen will und potentielle Lösungen sind Möglichkeiten Wie er diese Ziele erreichen kann. Durch diese Unterscheidung bleibt die Entwicklung fokussiert auf die Bedürfnisse oder das Problem des Nutzers.

Interview User Experience

Was passiert mit den Ergebnissen der Analyse?

Die Ergebnisse der Analyse können in einem klassischen Bericht dokumentiert werden. Darüber hinaus existiert eine sehr ansprechende Methode zur Zusammenfassung der Ergebnisse.

Eine besonders passende Methode bei nutzerzentriertem Vorgehen ist die Darstellung der Ergebnisse durch Personas. Sie sollten nicht nur demografische Informationen enthalten, sondern vor allem auch Aussagen zu Bedürfnissen und Verhalten der Nutzer in einem bestimmten Anwendungsfall. In einer zweckmäßigen Form, bilden Personas die ideale Schnittstelle zur Phase Design & Prototyping.  Sie enthalten alle notwendigen Informationen und helfen durch die Art der Darstellung allen Projektbeteiligten dabei, den Nutzer nicht aus den Augen zu verlieren.

Ergebnis User Experience

Beispiel

Ein Nutzer, nennen wir ihn Norbert, wäre gern zufriedener mit den Texten die er schreibt. Er sagt: „Meine Texte sind ganz ok, sollten aber fehlerfrei sein.“ – ein klassisches User Need. Wird es erfüllt, wird aus Norberts eher neutralem Nutzungserleben beim Verfassen von Texten eine positive User Experience. Norberts Kollegin Nadja verfasst auch Texte und ist absolut unzufrieden. Sie sagt: „Meine Texte sind furchtbar, ich wäre schon froh, wenn sie nur halb so viele Fehler enthalten würden.“ – Nadja beschreibt einen User Pain. Wird dieser reduziert oder ganz beseitigt, ändert sich Nadjas Nutzungserleben komplett. Norberts Ziel besteht also darin, dass seine Texte fehlerfrei sind. Nadjas Ziel ist eine Reduktion der Fehler. Mögliche Lösungen sind eine Anpassung der Rechtschreibkorrektur oder die Umgestaltung der Tastatur. Beide Lösungen sind in der Lage die Anforderung „weniger Fehler“ zu erfüllen. Allerdings ist nicht klar, welche Lösung Norberts und Nadjas Anforderung erfüllt und ob es sich tatsächlich um dieselbe Anforderung handelt. Dazu sind bestimmte Informationen nötig. Wie viele Fehler machen die beiden? Rechtschreib- oder Tippfehler? Auf allen Geräten? Diese Fragen werden durch die Analyse beantwortet. Es stellt sich heraus, dass die meisten Fehler in Norberts Texten an einer dichten Tastaturbelegung liegen. Bei Nadjas Texten handelt es sich um Fachtexte und die Autokorrektur erkennt entsprechende Fachbegriffe nicht. Norbert und Nadja zu kennen und die Unterschiede zwischen ihnen zu verstehen, ist der erste Schritt für erfolgreiches Design.

Ergebnis User Experience

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